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30.05.2026

Shiatsu und seine Wirkung: Was auf der Ebene von Körper, Geist und Seele passiert

Wer das erste Mal von Shiatsu hört, fragt sich meistens: Was ist das und was bewirkt es? Die Wirkung von Shiatsu ist vielseitiger, als viele zunächst erwarten. Es geht nicht nur um entspannte Muskeln oder einen angenehmen Moment der Ruhe. Shiatsu berührt Schichten, die mit gewöhnlicher Massage kaum erreichbar sind. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie Shiatsu funktioniert, was in deinem Körper dabei passiert und für wen es eine sinnvolle Unterstützung sein kann.
Von: Valeria von Rüden
Hände massieren den Fuß eines Menschen auf einem beigen Handtuch.

Was ist Shiatsu und woher kommt es?

Shiatsu ist eine japanische Körpertherapie, deren Name sich aus den Wörtern "Shi" (Finger) und "Atsu" (Druck) zusammensetzt. Es ist also wörtlich übersetzt Fingerdruck. Doch das beschreibt nur einen Teil dessen, was Shiatsu ausmacht. Die Wurzeln von Shiatsu liegen in der traditionellen chinesischen Medizin und in der japanischen Massage Tradition des Anma. Im 20. Jahrhundert wurde Shiatsu durch den japanischen Therapeuten Tokujiro Namikoshi systematisiert und später durch Shizuto Masunaga um eine tiefere energetische Dimension erweitert. Masunaga erweiterte das Konzept der Meridiane, den Verlauf der Energiebahnen im Körper, im Shiatsu legte damit den Grundstein für das, was heute als Zen Shiatsu weltweit praktiziert wird. In Japan ist Shiatsu seit 1964 offiziell als Therapieform anerkannt. In Europa ist es in den letzten Jahrzehnten als komplementäre Methode gewachsen. Ich selbst wurde am Europäischen Shiatsu Institut Münster, München und der Schweiz ausgebildet, einer der renommiertesten Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum.

Shiatsu - Wirkung auf Körper und Nervensystem

Die Wirkung von Shiatsu auf das Nervensystem ist einer der am besten beschriebenen Effekte dieser Methode. Durch den ruhigen, anhaltenden Druck auf bestimmte Körperstellen wird das parasympathische Nervensystem angeregt. Das ist jener Teil des autonomen Nervensystems, der für Erholung, Verdauung und Regeneration zuständig ist. Im Alltag dominiert bei vielen Menschen der Sympathikus, also der Anteil des Nervensystems, der auf Stress und Leistung ausgerichtet ist. Dies führt zu Verspannungen in der Muskulatur, welche sich schnell manifestieren. Shiatsu hilft, dieses Ungleichgewicht aufzulösen. Wenn sich der Energiefluss verändert, entsteht Entspannung. Viele Menschen berichten nach einer Shiatsu Sitzung von einer tiefen Entspannung. . Der Körper erlaubt sich, loszulassen. Diese Wirkung setzt oft schon während der Sitzung ein und hält für viele Stunden oder sogar Tage an. Somit ist jede Behandlung wohltuend und eine Auszeit vom Alltag. Um Blockaden auf der körperlichen oder geistigen Ebene zu lösen, braucht es regelmässige Anwendungen.

Was Shiatsu von Massagen unterscheidet

Wer Shiatsu zum ersten Mal erlebt, merkt sofort: Das ist anders. Anders als eine klassische Massage, die mit Streichungen, Knetungen und Reibungen arbeitet. Anders auch als eine Akupressur, die einzelne Punkte gezielt behandelt. Beim Shiatsu liegt die behandelte Person in der Regel auf einer Bodenmatte, bequem angezogen. Ich arbeite durch ein entspanntes lehnen, nicht nur mit den Händen, sondern falls nötig auch mit dem Ellenbogen oder dem Knie. Das erzeugt einen entspannten, tiefgehenden Druck, der gleichzeitig präsent und sanft ist. Keine Hektik, keine Geschwindigkeit. Shiatsu folgt dem Rhythmus des Körpers. Es ist ein Lauschen und Antworten. Ich greife das auf, was mir dein Körper zeigt. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist die Qualität der Aufmerksamkeit. Im Shiatsu geht es nicht darum, einen Körper zu bearbeiten. Es geht darum, mit dem Menschen in Kontakt zu treten. Wenn eine Therapeutin absichtslos und präsent ist, ist das für den Körper spürbar. Dadurch entsteht ein respektvolles, achtsames Miteinander. Auch der Rahmen ist anders. Eine Shiatsu Sitzung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Es gibt kein Öl, keine Musik, die die Stille übertönt, keine schnellen Wechsel. Der Körper bekommt Zeit. Und Zeit ist oft genau das, was er am dringendsten braucht.

Wirkung von Shiatsu auf der energetischen Ebene

Durch den menschlichen Körper fliesst eine Lebensenergie, die im Japanischen als "Ki" bezeichnet wird. Dieses Ki fließt durch ein Netzwerk von Bahnen, den Meridianen. Wenn der Fluss in den Meridianen blockiert oder ungleichmäßig ist, entstehen Verspannungen, Schmerzen oder Krankheiten, die sich körperlich, emotional oder mental zeigen können. Shiatsu arbeitet mit den Meridianen. Durch entspannten Druck, Dehnungen und Rotationen werden dem Körper Impulse gegeben, um die Energie zu harmonisieren. Das Ziel ist kein perfekter Zustand, sondern eine bessere Körperwahrnehmung, Entspannung bis hin zur Stärkung des Immunsystems. Ein Körper, in dem Ki frei fließt, reguliert sich leichter selbst.

Wie gestaltet sich eine Shiatsu Sitzung

Bevor wir mit einer Shiatsu Sitzung beginnen, nehmen wir uns Zeit für ein kurzes Gespräch. Es ist mir wichtig zu wissen, wie es dir gerade geht, was dich beschäftigt und was du dir von der Behandlung erhoffst. Du legst dich auf die Shiatsu Matte. Vollständig bekleidet, mit leichter, bequemer Kleidung. Es gibt kein Muss, keine Erwartungen, kein Tun. Im Verlauf der Sitzung arbeite ich mit dem gesamten Körper. Rücken, Arme, Beine, Kopf und Bauch werden alle einbezogen, je nachdem, was der Körper gerade braucht. Ich folge dem, was ich spüre, keinem vorgegebenen, starren Schema. Das bedeutet, dass jede Sitzung individuell ist, immer auf die Situation bezogen. Am Ende der Sitzung bleibt Raum zum Nachspüren, zum langsamen Zurückkehren in das Hier und Jetzt, den Alltag. Gleichfalls bleibt noch Zeit für Fragen oder eine Rückmeldung. Was in einer Shiatsu Sitzung passiert, braucht Zeit zum Setzen.

Wie Begleitung auf diesem Weg helfen kann

Shiatsu kann für eine Vielzahl von Menschen und Situationen eine sinnvolle Unterstützung sein. Besonders häufig kommen Menschen zu mir, die sich erschöpft fühlen, ohne krank zu sein. Menschen, die im Alltag sehr viel leisten und kaum noch wissen, wie es sich anfühlt, wirklich auszuruhen. Menschen, die durch anhaltenden Stress das Gespür für ihren eigenen Körper verloren haben. Auch Menschen in Übergangsphasen profitieren oft von Shiatsu. Nach einer einschneidenden Veränderung, nach einem Arbeitsplatzverlust oder Burn Out, setzt der Körper Grenzen und fordert uns auf, nach innen zu schauen. Was ist jetzt wichtig, wo setzte ich die Prioritäten , wie kann ich meinen Weg weiter gehen. Shiatsu unterstützt, um in die Klarheit zu sich Selbst zurückzukehren. Darüber hinaus schätzen viele Menschen Shiatsu als regelmäßige Begleitung. Nicht weil etwas fehlt, sondern weil sie gelernt haben, dass Shiatsu den Kontakt zu ihrem eigenen Körper intensiviert und sie sich neu kennenlernen. Shiatsu ist keine medizinische Behandlung und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Versorgung. Bei akuten Erkrankungen, Verletzungen oder schweren Gesundheitsproblemen ist immer zuerst medizinischer Rat einzuholen. Shiatsu wirkt als Ergänzung, nicht als Ersatz.

Was du nach einer Shiatsu Sitzung erleben kannst

Die Reaktionen des Körpers auf Shiatsu sind individuell. Viele Menschen berichten von tiefer Entspannung, die noch am Abend und am nächsten Tag spürbar ist. Manche schlafen nach einer Sitzung außergewöhnlich gut. Andere bemerken, dass sie klarer denken, körperlich vitaler oder emotional ausgeglichener sind. Es kann auch sein, dass der Körper nach einer Sitzung zunächst mit einer Müdigkeit reagiert. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern ein Hinweis darauf, dass tiefere Schichten des Körpers berührt und ein Prozess in Gang gesetzt wurde. Dieser Effekt klingt in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Ich empfehle dir, nach einer Shiatsu Sitzung Zeit für dich einzuplanen. Kein volles Programm, kein direktes Meeting danach. Lass dir Raum, um mit dir zu SEIN.

Über den Autor:

Valeria von Rüden
Coach und Energiearbeiterin
Ich habe meine feinstoffliche Wahrnehmung schon als Kind gespürt, sie jedoch lange unterdrückt, um „normal“ zu sein. Erst durch Krankheit habe ich erkannt, dass mein Weg darin besteht, Menschen mit meinen Fähigkeiten zu unterstützen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell spürt man die Wirkung von Shiatsu?
Viele Menschen bemerken eine Veränderung bereits während oder direkt nach der ersten Sitzung. Eine tiefere, nachhaltigere Wirkung entfaltet sich häufig über mehrere Sitzungen hinweg. Wie bei den meisten energetischen Methoden ist Regelmäßigkeit hilfreich.
Kann Shiatsu Schmerzen verursachen?
Shiatsu ist nicht schmerzhaft . Druck kann an manchen Stellen intensiv sein, aber das ist ein anderes Gefühl als Schmerz. Wenn du an bestimmten Körperstellen empfindlich bist, sag es. Dein Feedback während der Sitzung ist wichtig und immer willkommen.
Muss ich mich für Shiatsu ausziehen?
Nein. Shiatsu wird mit Kleidung praktiziert. Ich empfehle bequeme, leicht dehnbare Kleidung, damit du dich auf die Körperarbeit einlassen kannst und dich wohlfühlst.
Wie oft sollte man Shiatsu machen?
Das hängt von deiner Situation ab. Wenn du dich in einer besonders belastenden Phase befindest, kann ein wöchentlicher oder zweiwöchentlicher Rhythmus sinnvoll sein. Für eine unterstützende Begleitung und Prävention ist eine Sitzung pro Monat für viele Menschen eine gute Basis. Wir besprechen das gemeinsam nach der ersten Sitzung.
Was ist der Unterschied zwischen Shiatsu und Akupressur?
Akupressur arbeitet gezielt mit einzelnen Punkten auf den Meridianen, ähnlich wie Akupunktur, aber ohne Nadeln. Shiatsu bezieht den gesamten Körper und den gesamten Verlauf der Meridiane ein. Es ist ganzheitlicher und weniger punktuell.

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